Zuletzt aktualisiert am 9. Juni 2026
Cannabis Düngen: So versorgst du deine Pflanzen richtig

Alles, was du über die richtige Düngung von Cannabispflanzen wissen musst
In diesem Guide erklären wir dir die Grundlagen der Cannabis-Düngung, zeigen dir die Unterschiede zwischen mineralischem Anbau auf Erde, Kokos, Hydro und organischem Anbau und nutzen CANNA als Praxisbeispiel, weil die verschiedenen Produktlinien sehr gut zeigen, wie unterschiedlich Düngung je nach Anbaumethode sein kann.
Kurz gesagt: Wie düngt man Cannabis richtig?

Cannabis braucht je nach Lebensphase unterschiedliche Nährstoffe. In der Wachstumsphase steht vor allem gesundes Blatt- und Wurzelwachstum im Vordergrund. In der Blütephase verändert sich der Bedarf: Die Pflanze benötigt weniger Stickstoff und mehr Nährstoffe, die Blütenbildung, Stoffwechsel und Stabilität unterstützen.
Als grobe Orientierung gilt:
| Phase | Düngung |
|---|---|
| Keimling | Meist nicht düngen, da die Pflanze sehr empfindlich ist |
| Jungpflanze | Sehr vorsichtig starten, besonders bei vorgedüngter Erde |
| Wachstum | Wachstumsdünger mit stärkerem Fokus auf Stickstoff |
| Vorblüte | Langsam auf Blütedünger umstellen |
| Blüte | Blütedünger mit passender P/K-Versorgung |
| Späte Blüte | Düngung langsam reduzieren und Pflanze ausfaden lassen |
Wichtig ist: Ein Düngeschema ist immer nur ein Richtwert. Deine Pflanze, dein Substrat, dein Licht, deine Topfgröße, dein Wasser und dein Gießverhalten entscheiden am Ende darüber, wie viel Dünger wirklich sinnvoll ist.
Was bedeutet Düngen bei Cannabis überhaupt?
Beim Düngen versorgst du deine Pflanze mit Nährstoffen, die sie für Wachstum, Photosynthese, Wurzelbildung, Blütenbildung und viele weitere Prozesse braucht.

In vorgedüngter Erde sind viele dieser Nährstoffe bereits enthalten. In Kokos, Hydro oder ähnlichen inerten Substraten musst du dagegen viel gezielter über die Nährlösung arbeiten. Genau deshalb kann man nicht pauschal sagen: “Gib einfach jede Woche soundsoviel Dünger.” Entscheidend ist immer das gesamte System.
Eine Pflanze kann nur dann gut wachsen, wenn mehrere Dinge zusammenpassen:
- ausreichend Licht
- gesunde Wurzeln
- passende Temperatur und Luftfeuchtigkeit
- richtiges Gießverhalten
- passende Nährstoffe
- geeigneter pH-Wert
- sinnvolle Dosierung
Viele Düngeprobleme entstehen nicht, weil der Dünger schlecht ist, sondern weil einer dieser Faktoren nicht passt.
Die wichtigsten Nährstoffe für Cannabis
Cannabis braucht Makronährstoffe, Sekundärnährstoffe und Spurenelemente. Besonders wichtig sind:
Stickstoff
Stickstoff ist vor allem in der Wachstumsphase wichtig. Er unterstützt Blattmasse, Triebe und das vegetative Wachstum. Ein Stickstoffmangel zeigt sich häufig zuerst an älteren Blättern, die heller werden und vergilben können.
Zu viel Stickstoff kann aber ebenfalls problematisch sein. Die Pflanzen wirken dann oft sehr dunkelgrün, ledrig und wachsen manchmal zu stark in Richtung Blattmasse, während die Blüte darunter leiden kann.
Phosphor
Phosphor spielt eine wichtige Rolle im Energiehaushalt der Pflanze und wird besonders in der Blütephase wichtiger. Er unterstützt viele Prozesse rund um Wurzelentwicklung, Stoffwechsel und Blütenbildung.
Ein echter Phosphormangel ist nicht immer leicht zu erkennen und wird häufig mit anderen Problemen verwechselt. Deshalb sollte man nicht einfach blind PK-Produkte nachkippen, sondern immer zuerst pH-Wert, EC-Wert, Umgebungsbedingungen und Gießverhalten prüfen.
Kalium
Kalium ist besonders wichtig für Wasserhaushalt, Stabilität, Stoffwechsel und die Blütephase. Gerade in der Blüte steigt der Kaliumbedarf der Pflanzen deutlich an.
Typische Probleme können sich durch braune Blattränder, eine schwache Struktur oder gestörtes Wachstum zeigen. Allerdings können auch pH-Probleme oder Nährstoffblockaden ähnlich aussehen.
Calcium und Magnesium
Calcium und Magnesium werden beim Cannabis-Anbau oft unterschätzt. Besonders bei weichem Wasser, Osmosewasser, LED-Grows oder Kokos kann eine zusätzliche Ca/Mg-Versorgung wichtig werden. Neuere Erkentnisse zeigen zwar, dass die meisten CalMag Probleme durch ein falsches Mikroklima entstehen, was jedoch nicht bedeutet das die Pflanze es nicht braucht und die Probleme nichts mit den Nährstoffen zu tun haben können.
Magnesium ist unter anderem wichtig für die Photosynthese. Calcium unterstützt die Stabilität des Pflanzengewebes und spielt eine wichtige Rolle beim Wachstum neuer Triebe. Ein unausgewogenes Verhältnis kann schnell zu Problemen führen.
Spurenelemente
Spurenelemente wie Eisen, Mangan, Zink, Bor, Kupfer und Molybdän werden nur in kleinen Mengen benötigt, sind aber trotzdem wichtig. Sie sind an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt. Ein Mangel kann sich zum Beispiel durch Aufhellungen, verformte neue Triebe oder Wachstumsprobleme zeigen.

Das Substrat entscheidet: Erde, Kokos, Hydro oder organisch?
Einer der größten Fehler beim Cannabis-Düngen ist, alle Substrate gleich zu behandeln. Erde, Kokos und Hydro funktionieren unterschiedlich. Deshalb brauchst du auch unterschiedliche Düngestrategien.

Cannabis auf Erde düngen
Erde ist für viele Anfänger am einfachsten, weil sie Nährstoffe speichern und kleinere Fehler besser abfedern kann. Gerade vorgedüngte Erde enthält am Anfang oft genug Nährstoffe für die ersten Wochen.
Das bedeutet: Auf Erde solltest du nicht zu früh und nicht zu stark düngen. Viele Probleme entstehen, weil bereits vorgedüngte Erde zusätzlich mit voller Herstellerdosis gedüngt wird.
Für Erde gibt es zum Beispiel klassische mineralische Systeme wie CANNA TERRA* oder organisch orientierte Systeme wie BIOCANNA*. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie schnell Nährstoffe verfügbar sind und wie stark du direkt über die Nährlösung steuerst.
Cannabis auf Kokos düngen
Kokos ist kein normales Erd-Substrat. Kokos speichert Wasser und Luft sehr gut, enthält aber selbst kaum Nährstoffe. Deshalb musst du bei Kokos viel genauer über die Nährlösung arbeiten.
Bei Kokos sind pH-Wert, EC-Wert und Calcium/Magnesium besonders wichtig. Viele Grower nutzen hier spezielle Kokos-Dünger, weil diese besser auf die Eigenschaften von Kokossubstrat abgestimmt sind.
CANNA COCO* ist ein Beispiel für eine Produktlinie, die speziell für den Anbau auf Kokos gedacht ist. Solche Systeme machen Sinn, weil Kokos anders reagiert als Erde und eine andere Nährstoffführung braucht.
Cannabis in Hydro-Systemen düngen
Bei DWC (Deep Water Culture) oder rezirkulierenden Systemen läuft fast alles über die Nährlösung. Das Substrat selbst speichert kaum Nährstoffe und in der Regel hängt der Großteil des Wurzelwerks im Wasser. Dadurch bekommst du sehr viel Kontrolle, aber auch weniger Fehlertoleranz.
Wenn der pH-Wert oder EC-Wert nicht passt, die Wassertemperatur zu hoch ist oder zu wenig Sauerstoff vorhanden ist, sieht man Probleme deutlich schneller als auf Erde. Hydro eignet sich deshalb eher für Grower, die bereit sind, regelmäßig zu messen und genauer zu arbeiten. Aber wenn das System passt, kann man erstaunliche Ergebnisse erzielen.
CANNA AQUA* ist ein Beispiel für eine Linie, die für DWC oder R-DWC (rezirkulierende Systeme) entwickelt wurde. Für klassische Erde oder Kokos wäre so ein Dünger dagegen nicht die richtige Wahl.
Organischer Anbau
Beim organischen Anbau geht es weniger darum, die Pflanze direkt mit mineralischen Nährsalzen zu versorgen. Stattdessen arbeitet man stärker mit dem Bodenleben, Mikroorganismen und organischen Ausgangsstoffen und versucht einen lebendigen Boden zu erschaffen der für die Pflanze arbeitet.
BIOCANNA* ist ein Beispiel für eine organisch ausgerichtete Produktlinie. Bei organischen Grows ist Geduld wichtig, weil viele Nährstoffe nicht sofort so direkt verfügbar sind wie bei mineralischer Düngung.
Der Vorteil: Ein gut funktionierendes organisches System kann sehr stabil laufen. Der Nachteil: Akute Korrekturen sind oft nicht ganz so direkt möglich wie mit mineralischen Produkten.
Organisch oder mineralisch: Was ist besser?
Die Frage “organisch oder mineralisch?” lässt sich nicht pauschal beantworten. Beide Varianten können sehr gute Ergebnisse liefern.
Organische Düngung
Organische Düngung passt gut zu Growern, die möglichst naturnah arbeiten möchten und nicht ständig pH- und EC-Werte kontrollieren wollen. Sie ist oft etwas fehlertoleranter, wenn das Substrat und das Bodenleben gut funktionieren.
Dafür reagiert organische Düngung langsamer. Wenn ein akuter Mangel entsteht, ist eine schnelle Korrektur schwieriger. Unserer Erfahrung nach ist der organische Anbau auch garnicht unbedingt das Beste für Anfänger, außer wenn der Großteil der Bedingungen passt, dann läuft organische Düngung hervorragend. Da häufig jedoch gewisse Dinge nicht stimmen und Mängel erst deutlich später sichtbar sind, als das Problem besteht, lässt sich als Anfänger dann auch nur noch schwierig was machen.
Mineralische Düngung
Mineralische Düngung ist direkter steuerbar. Die Nährstoffe liegen in einer Form vor, die von der Pflanze schneller aufgenommen werden kann. Das ist besonders praktisch bei Kokos, Hydro, aber natürlich auch auf Erde und wenn du sehr kontrolliert arbeiten möchtest.
Der Nachteil: Fehler bei Dosierung, pH-Wert oder EC-Wert wirken sich schneller aus. Wer mineralisch düngt, sollte deshalb genauer beobachten und in jedem Fall den pH und EC messen.
Unsere Einschätzung
Für Anfänger auf Erde ist ein einfaches, gut erklärtes System oft am sinnvollsten. Früher hätten wir Einsteigern immer zu organischem Anbau geraten, da wir selbst so gestartet sind und ehrlicherweise einfach falsch über mineralische Dünger gedacht haben. Wir mögen beides und beides hat definitiv seine Vor- und Nachteile, aber mittlerweile würden wir den meisten Einsteigern wohl zum minerlischen Anbau raten. Klar, die Messgeräte sind nochmal nen kleines Investment, aber man lernt die Pflanze deutlich besser kennen und wird schneller selbstbewusst Mängel zu erkennen und darauf zu reagieren, anstatt wild rumzuraten, falsche Maßnahmen zu ergreifen und alles nur schlimmer zu machen (wie es uns häufig organisch ergangen ist). Natürlich gibt es auch noch Living Soil, das ist jedoch ein ganz eigenes Thema, wobei es eben um keine regelmäßige manuelle Düngung geht und wir es deshalb hier nicht thematisieren.

pH-Wert und EC-Wert: Warum sie beim Düngen so wichtig sind
Der pH-Wert beschreibt, wie sauer oder basisch deine Nährlösung ist. Er beeinflusst, wie gut bestimmte Nährstoffe aufgenommen werden können.

Ist der pH-Wert zu hoch oder zu niedrig, kann deine Pflanze Mangelerscheinungen zeigen, obwohl eigentlich genug Nährstoffe vorhanden sind. Das nennt man häufig Nährstoffblockade oder Lockout.
Der EC-Wert zeigt grob, wie viele gelöste Nährsalze sich in deiner Nährlösung befinden. Ein zu hoher EC-Wert kann die Pflanze stressen oder überdüngen. Ein zu niedriger EC-Wert kann bedeuten, dass die Pflanze nicht ausreichend versorgt wird. Der EC-Wert steigt je nach Wachstumsphase und auch je nach Dünger können die Werte stark schwanken, wobei der Großteil sich wohl so im Bereich 0,8-2,2 bewegt. Angefangen in der Sämlingsphase mit dem niedrigsten Wert, der langsam bis zur Hochblüte bis ans Maximum steigt und ab dort wieder langsam nach unten geht.
Organisch auf Erde musst du den PH Wert in der Regel nicht anpassen, auch wenn wir ihn trotzdem immer gerne messen und auch anpassen, ganz nach dem Motto „Schadet schon nicht direkt von Anfang an den passenden Wert zu geben, sodass die Erde garnicht erst puffern muss“, denn in der Regel puffern die Mikroorganismen etc. in der Erde die Nährlösung auf den passenden pH Wert, was sie jedoch auch nur bis zu einem gewissen Grad machen. Wie oben bereits erwähnt, solltest du bei minerlischer Düngung auf Erde unbedingt den pH Wert messen und anpassen.
pH anpassen mit pH- und pH+
Wenn dein pH-Wert nicht passt, kannst du ihn mit pH-Regulatoren korrigieren.
- pH- senkt den pH-Wert.
- pH+ erhöht den pH-Wert.
Wichtig ist dabei: Immer vorsichtig dosieren, gut umrühren und danach erneut messen. In der Regel wird eher ein pH- Produkt benötigt und viele greifen dort zu Produkten auf Basis von Zitronensäure. Wir empfehlen entweder Salpetersäure: pH- Wuchs* oder Phosphorsäure: pH- Blüte*, da diese einfach deutlich stabiler und beständiger sind.
Eine sinnvolle Vorgehensweise:
- Wasser in den Behälter geben.
- Basisdünger und Zusätze einrühren.
- EC-Wert prüfen.
- pH-Wert messen.
- Bei Bedarf mit pH- oder pH+* langsam korrigieren und am besten 5-15min warten.
- Noch einmal messen.
- Erst dann gießen.
Hier unten findest du ein PH Messgerät was wir empfehlen können, liegt so im preislichen Mittelfeld, aber beim PH Messgerät sollte man nicht unbedingt das günstigste nehmen – das EC Messgerät hingegen kann einfach ein 5€ Gerät sein, die Technik ist deutlich simpler.
Gezielt nachsteuern mit Mono-Nährstoffen
Nicht jedes Nährstoffproblem bedeutet, dass du mehr Basisdünger geben solltest. Manchmal fehlt ein bestimmter Nährstoff oder das Verhältnis ist unausgewogen.
Hier können Mono-Nährstoffe* sinnvoll sein. CANNA bietet zum Beispiel einzelne Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Magnesium, Calcium, Eisen, Kalium und Trace Mix an. Bei unserem Leitungswasser ist z.B. das Mono Magnesium immer im Einsatz und hilft dabei unseren extrem niedrigen Magnesium Gehalt auszugleichen.
Das kann praktisch sein, wenn du gezielt nachsteuern möchtest:
- Stickstoff bei echtem Stickstoffmangel
- Magnesium bei Magnesiummangel
- Calcium bei Calciumproblemen
- Eisen bei Problemen mit jungen, hellen Trieben
- Kalium bei erhöhtem Bedarf in der Blüte
- Trace Mix bei Spurenelement-Problemen
Wichtig: Mono-Nährstoffe sind kein Ersatz für ein ausgewogenes Düngesystem. Sie sind eher Werkzeuge zur gezielten Korrektur. Wer einfach mehrere Einzelprodukte ohne Plan kombiniert, kann schnell neue Ungleichgewichte verursachen.
Ein Beispiel: Zu viel Calcium kann die Magnesiumaufnahme stören. Zu viel Phosphor kann andere Nährstoffe blockieren. Deshalb solltest du immer erst prüfen, ob wirklich ein Mangel vorliegt oder ob pH-Wert, EC-Wert, Gießverhalten oder Wurzelgesundheit das eigentliche Problem sind.

Cannabis düngen nach Wachstumsphase

Keimling
Keimlinge brauchen in der Regel keinen zusätzlichen Dünger. Sie sind sehr empfindlich und kommen am Anfang mit wenig Nährstoffen aus. Zu frühes Düngen kann die jungen Wurzeln stressen.
Wenn du vorgedüngte Erde nutzt, reicht diese in der Regel für die erste Zeit aus. Bei Kokos oder sehr nährstoffarmen Medien sieht das anders aus, hier arbeitet man meist von Anfang an mit einer sehr schwachen Nährlösung.
Jungpflanze
Sobald die Pflanze mehrere Blattpaare gebildet hat und aktiv wächst, kann langsam mit Nährstoffen gestartet werden. Auf Erde solltest du besonders vorsichtig sein, wenn das Substrat bereits vorgedüngt ist.
Starte lieber mit einer reduzierten Dosierung und beobachte die Pflanze. Gesunde neue Triebe, eine schöne Farbe und kräftiges Wachstum sind gute Zeichen.
Wachstumsphase
In der Wachstumsphase braucht Cannabis mehr Stickstoff, da die Pflanze Blätter, Triebe und die gesamte Struktur aufbaut. Hier kommen Wachstumsdünger zum Einsatz, zum Beispiel ein Produkt wie Terra Vega bei einem mineralischen Grow oder Bio Vega bei einem organischen Anbau.
Wichtig ist, die Pflanze nicht zu dunkelgrün und ledrig werden zu lassen. Das kann ein Zeichen für zu viel Stickstoff sein.
Vorblüte und Umstellung
In der Übergangsphase zwischen Wachstum und Blüte verändert sich der Nährstoffbedarf deiner Pflanze langsam, aber nicht von heute auf morgen. Genau hier machen viele Anfänger den Fehler, zu früh komplett auf Blütedünger umzusteigen oder den Wachstumsdünger abrupt wegzulassen.
Wichtig ist zuerst zu verstehen, wann diese Phase überhaupt beginnt. Bei photoperiodischen Pflanzen leitest du die Blüte selbst ein, indem du den Lichtzyklus auf 12/12 umstellst. Bei Autoflowering-Pflanzen passiert das automatisch, meistens nach einigen Wochen Wachstum. Hier musst du die Pflanze also genau beobachten und den Beginn der Vorblüte anhand der ersten Blüteanzeichen abschätzen.
Typische Anzeichen für die Vorblüte sind:
- erste weiße Härchen an den Nodien
- die Pflanze wächst plötzlich deutlich schneller in die Höhe
- die Seitentriebe strecken sich stärker
- der Abstand zwischen den Internodien wird größer
In den ersten Blütewochen befindet sich Cannabis meistens noch im sogenannten Stretch. Das bedeutet: Die Pflanze wächst weiterhin stark und kann ihre Höhe je nach Sorte, Licht, Topfgröße und Genetik teilweise deutlich vergrößern. Dieser Stretch dauert häufig etwa 2 bis 4 Wochen.
Deshalb braucht die Pflanze in dieser Phase weiterhin Stickstoff. Wenn du zu früh komplett auf einen stark blütebetonten Dünger umstellst, kann es passieren, dass die Pflanze während des Stretchs zu wenig Stickstoff bekommt und frühzeitig gelbe Blätter entwickelt.
Wir selbst warten deshalb gerne ab, bis der größte Teil des Stretchs vorbei ist, bevor wir vollständig auf Blütedünger umsteigen.
Blütephase
In der Blütephase verändert sich der Fokus der Pflanze. Sie baut jetzt nicht mehr nur Blätter, Triebe und Struktur auf, sondern steckt immer mehr Energie in die Bildung der Blüten. Dadurch verändert sich auch der Nährstoffbedarf.
Blütedünger sind genau darauf ausgelegt. Sie enthalten in der Regel weniger Stickstoff als Wachstumsdünger und sind stärker auf die Bedürfnisse der Pflanze während der Blüte abgestimmt. Trotzdem bedeutet das nicht, dass Stickstoff plötzlich komplett unwichtig wird. Auch in der Blüte braucht Cannabis noch Stickstoff, nur eben meist weniger als in der Wachstumsphase.
Bei CANNA wäre Terra Flores ein typischer Blütedünger für mineralische Erd-Grows. Für organische Grows wäre Bio Flores die passende Blütevariante. Es können auch zusätzlich Additive oder PK-Produkte eingesetzt werden. Ein PK-Booster liefert vor allem Phosphor und Kalium, also zwei Nährstoffe, die in der Blüte eine wichtige Rolle spielen. Trotzdem sollte man solche Produkte nicht blind oder dauerhaft in hoher Dosierung verwenden.
Ein häufiger Anfängerfehler ist der Gedanke: „Mehr Blüte-Booster bedeutet automatisch mehr Ertrag.“ So einfach ist es leider nicht. Wenn die Pflanze gesund ist, stark wächst, genug Licht bekommt und die Grundversorgung passt, kann ein zusätzlicher PK-Boost in der passenden Phase sinnvoll sein, kann dir aber auch schnell eine Blockade erzeugen. Wenn der pH-Wert, EC-Wert, Wurzeln, Gießverhalten oder Grunddüngung nicht stimmen, kann ein Booster die Probleme sogar deutlich verstärken.
Achte in der Blüte besonders auf:
- gesunde Blattfarbe
- stabile Blütenentwicklung
- keine stark verbrannten Blattspitzen
- keine dauerhaft dunkelgrünen, krallenartigen Blätter
- keine starken Mangelerscheinungen direkt nach der Umstellung
- passende Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Unsere Empfehlung: Arbeite mit einem klaren Basisdünger, halte dich grob an das passende Schema, starte bei Bedarf etwas niedriger und erhöhe nur, wenn die Pflanze wirklich gesund ist und mehr verträgt.
Späte Blüte
In der späten Blüte verändert sich die Versorgung der Pflanze noch einmal deutlich. Viele Grower machen hier den Fehler, entweder bis zum letzten Tag weiter stark zu düngen oder plötzlich literweise klares Wasser durch das Substrat zu spülen. Beides ist meistens nicht ideal.
Sinnvoller ist es, die Düngung gegen Ende kontrolliert auslaufen zu lassen.
Etwa 3 bis 4 Wochen vor dem geplanten Erntezeitpunkt befindet sich die Pflanze häufig in einer Phase, in der die Blüten ordentlich an Masse zulegen, der Stoffwechsel intensiv läuft und je nach Sorte, Lichtleistung und Zustand der Pflanze, hier der Höhepunkt der Düngermenge erreicht wird.
Ab diesem Punkt muss man die Düngung aber nicht immer weiter steigern. Sobald die Pflanze in die spätere Reifephase übergeht, macht es meistens mehr Sinn, die Düngermenge langsam zu reduzieren. Die Pflanze wird weiterhin versorgt, aber nicht mehr maximal gepusht.
Eine einfache Orientierung kann so aussehen:
| Zeitraum vor der Ernte | Düngung |
|---|---|
| ca. 4 Wochen vorher | Höhepunkt der Düngung, wenn die Pflanze gesund ist und aktiv Blütenmasse aufbaut |
| ca. 3 Wochen vorher | Düngermenge langsam reduzieren, aber weiterhin normal versorgen |
| ca. 2 Wochen vorher | Düngung deutlich reduzieren, starke Zusätze und PK-Booster absetzen |
| letzte Tage | je nach System nur noch sehr wenig oder gar keinen zusätzlichen Dünger geben |
Wichtig ist: Das ist keine feste Regel, sondern eine Orientierung. Manche Sorten brauchen länger, manche reifen schneller. Der tatsächliche Zeitpunkt hängt von Blütenreife, Trichomen, Substrat, Düngesystem und Zustand der Pflanze ab.
Gerade in der späten Blüte ist es normal, dass ältere Blätter heller werden oder vergilben. Die Pflanze zieht mobile Nährstoffe aus den Blättern und nutzt ihre Reserven. Dieses langsame Ausfaden ist nicht automatisch ein Mangel, den man sofort mit mehr Dünger bekämpfen muss.
Normal in der späten Blüte können sein:
- ältere Fächerblätter werden heller
- einzelne Blätter vergilben
- die Pflanze verliert etwas Blattmasse
- je nach Sorte entstehen Herbstfarben
- der Wasser- und Nährstoffbedarf sinkt langsam
- die Pflanze wirkt nicht mehr so frisch grün wie in der Wachstumsphase
Ein häufiges Missverständnis ist, dass man am Ende literweise klares Wasser durch das Substrat spülen muss, damit “Dünger aus den Blüten gewaschen” wird. So einfach funktioniert es nicht. Nährstoffe werden nicht wie Schmutz aus den Blüten herausgespült. Wenn du sehr viel Wasser durch den Topf jagst, spülst du vor allem Nährstoffe aus dem Substrat und kannst die Wurzelzone stark stressen.
Das bedeutet nicht, dass man die Düngung bis zur Ernte voll durchziehen sollte. Es bedeutet nur: Statt radikal zu spülen, ist ein kontrolliertes Reduzieren meistens sinnvoller.
Wie oft sollte man Cannabis düngen?
Wie oft du Cannabis düngen solltest, hängt stark davon ab, in welchem Substrat du anbaust, wie stark deine Pflanze wächst und welches Düngesystem du verwendest. Eine pauschale Antwort wie „einmal pro Woche düngen“ ist deshalb meistens zu ungenau.
Wichtig ist zuerst die Frage: Baust du auf Erde, Kokos oder in einem Hydro-System an?
Düngen auf Erde
Auf Erde wird häufig nicht bei jedem Gießen gedüngt, besonders wenn die Erde bereits vorgedüngt ist. Viele Grower wechseln zum Beispiel zwischen Wasser und Nährlösung oder düngen nur jedes zweite Gießen.
Das kann gut funktionieren, vor allem bei stärker vorgedüngter Erde oder wenn die Pflanzen noch klein sind. Erde kann Nährstoffe speichern und gibt sie nicht immer sofort komplett an die Pflanze ab. Dadurch ist sie etwas fehlertoleranter als Kokos oder Hydro.
Wir persönlich düngen auf Erde aber meistens bei jedem Gießen, dafür lieber mit einer geringeren Dosierung. Das Prinzip dahinter ist simpel: Wir Menschen essen ja auch regelmäßig und nicht nur einmal pro Woche eine riesige Portion. Ähnlich versuchen wir die Pflanze kontinuierlich und gleichmäßig zu versorgen, statt selten sehr starke Düngergaben zu geben.
Düngen auf Kokos
Auf Kokos sieht das anders aus. Kokos enthält von sich aus kaum Nährstoffe und funktioniert nicht wie klassische Erde. Deshalb wird auf Kokos in der Regel dauerhaft mit einer passenden Nährlösung gegossen.
Das bedeutet: Die Pflanze bekommt ihre Versorgung fast komplett über das Gießwasser. Deshalb sind pH-Wert, EC-Wert und Calcium/Magnesium hier deutlich wichtiger.
Düngen in Hydro-Systemen
In Hydro-Systemen läuft die Versorgung dauerhaft über die Nährlösung. Das Substrat speichert kaum oder gar keine Nährstoffe, deshalb müssen pH- und EC-Wert regelmäßig kontrolliert und angepasst werden.
Hydro bietet viel Kontrolle, verzeiht aber weniger Fehler. Wenn die Nährlösung nicht passt, kann die Pflanze sehr schnell reagieren. Für Anfänger ist Hydro deshalb meistens anspruchsvoller und weniger zu empfehlen als Erde.
Unsere Empfehlung für Anfänger
Wenn du auf Erde anbaust, starte lieber vorsichtig. Du musst kein Düngeschema perfekt ausreizen. Viele Herstellerangaben sind eher ein oberer Richtwert und nicht automatisch die perfekte Menge für jede Pflanze.
Am Anfang ist es sinnvoller, die Pflanze zu lesen:
- Wird sie heller?
- Wächst sie langsam?
- Werden die Blattspitzen braun?
- Ist sie sehr dunkelgrün?
- Hängen die Blätter wegen zu viel Wasser?
- Passt der pH-Wert?
Kurz gesagt: Auf Erde kannst du entweder abwechselnd mit Wasser und Dünger gießen oder bei jedem Gießen leicht düngen. Wichtig ist nicht die feste Regel, sondern dass die Gesamtmenge zur Pflanze passt.

Wie viel Dünger ist richtig?

Die Herstellerangaben sind ein guter Ausgangspunkt, aber keine Pflicht. Gerade bei starken LEDs, kleinen Pflanzen, vorgedüngter Erde oder empfindlichen Sorten kann die volle Dosierung oft zu viel sein.
Eine vorsichtige Strategie:
- bei vorgedüngter Erde später starten
- am Anfang mit reduzierter Dosierung arbeiten
- Pflanzenreaktion beobachten
- bei Problemen erst pH, EC und Gießverhalten prüfen
Viele Anfänger denken bei gelben Blättern sofort an “zu wenig Dünger”. Häufig liegt das Problem aber woanders: zu nass, falscher pH-Wert, schwache Wurzeln, zu viel Dünger oder ein unausgewogenes Verhältnis.
Mangel, Überdüngung oder Lockout?
Wenn deine Pflanze Probleme zeigt, solltest du nicht sofort irgendein Produkt nachkippen. Viele Symptome sehen ähnlich aus, haben aber unterschiedliche Ursachen. Gelbe Blätter können zum Beispiel ein echter Nährstoffmangel sein, aber auch durch falschen pH-Wert, zu viel Wasser, Wurzelprobleme oder einen Lockout entstehen.
Möglicher Nährstoffmangel
Ein echter Mangel entsteht, wenn ein bestimmter Nährstoff wirklich nicht ausreichend vorhanden ist oder von der Pflanze nicht in ausreichender Menge aufgenommen werden kann.
Typische Anzeichen können sein:
- ältere Blätter werden gelb
- neue Triebe sind sehr hell
- Flecken auf den Blättern
- braune Blattränder
- langsames Wachstum
- schwache Triebe
- die Pflanze wirkt insgesamt hungrig
Wichtig ist dabei, wo das Problem beginnt. Manche Nährstoffe sind mobil, andere weniger mobil. Mobile Nährstoffe wie Stickstoff oder Magnesium werden bei einem Mangel oft aus älteren Blättern abgezogen. Deshalb sieht man solche Probleme häufig zuerst unten an der Pflanze. Andere Nährstoffe zeigen sich eher an neuen Trieben.
Trotzdem solltest du nicht nur nach Bildern vergleichen. Viele Mängel sehen sich ähnlich. Prüfe immer zuerst, ob pH-Wert, Gießverhalten und Düngermenge grundsätzlich passen.
Mögliche Überdüngung
Überdüngung entsteht, wenn die Pflanze mehr Nährstoffe bekommt, als sie verarbeiten kann, oder wenn sich zu viele Salze im Substrat ansammeln. Das passiert besonders schnell, wenn man nach Schema immer weiter düngt, obwohl die Pflanze eigentlich weniger braucht.
Typische Anzeichen für Überdüngung können sein:
- verbrannte Blattspitzen
- sehr dunkle, fast glänzende Blätter
- krallenartige Blattspitzen
- gestresstes, langsames Wachstum
- braune Blattränder
- hoher EC-Wert im Drain
- Pflanze wirkt trotz viel Dünger ungesund
Wenn du eine Überdüngung vermutest, solltest du den Dünger nicht weiter erhöhen. Prüfe zuerst, wie stark deine Nährlösung ist und ob sich im Substrat Salze angesammelt haben.
In manchen Fällen reicht es, die Düngermenge zu reduzieren und beim nächsten Gießen nur leicht oder gar nicht zu düngen. Wenn das Substrat stark versalzen ist, kann es sinnvoll sein, es vorsichtig mit pH angepasstem Wasser etwas auszuspülen. Das bedeutet aber nicht, sinnlos literweise Wasser durch den Topf zu jagen. Ziel ist, überschüssige Salze aus der Wurzelzone zu reduzieren, ohne die Pflanze zusätzlich zu stressen.
Möglicher Lockout
Ein Lockout bedeutet, dass Nährstoffe zwar vorhanden sind, aber nicht richtig aufgenommen werden. Die Pflanze kann dann Mangelerscheinungen zeigen, obwohl eigentlich genug oder sogar zu viele Nährstoffe im Substrat sind.
Häufige Ursachen für einen Lockout sind:
- falscher pH-Wert
- zu hoher EC-Wert
- Salzansammlungen im Substrat
- dauerhaft zu nasses Substrat
- Sauerstoffmangel an den Wurzeln
- Wurzelprobleme
- falscher Dünger für das Substrat
- zu viele Produkte gleichzeitig
- unausgewogene Nährstoffverhältnisse
Auch ein Überschuss eines Nährstoffs kann die Aufnahme eines anderen Nährstoffs behindern. Zum Beispiel kann ein unausgewogenes Verhältnis von Calcium und Magnesium Probleme verursachen. Auch zu viel Phosphor oder Kalium kann andere Nährstoffe beeinflussen.
Genau deshalb ist es gefährlich, bei jedem Problem einfach mehr Dünger zu geben. Wenn die Ursache ein Lockout ist, machst du das Problem dadurch oft schlimmer.
So gehst du bei Problemen vor
Bevor du neue Produkte gibst, prüfe zuerst:
- Ist das Substrat dauerhaft zu nass?
- Trocknet der Topf zwischen den Gießvorgängen ausreichend ab?
- Stimmt der pH-Wert der Nährlösung?
- Passt der pH-Wert zum Substrat?
- Ist der EC-Wert zu hoch?
- Hast du in letzter Zeit die Dosis stark erhöht?
- Sind die Wurzeln gesund?
- Tritt das Problem an alten oder neuen Blättern auf?
- Befindet sich die Pflanze vielleicht einfach in der späten Blüte?
Mangel oder Lockout: Der wichtigste Unterschied
Bei einem echten Mangel fehlt der Pflanze etwas. Dann kann eine gezielte Erhöhung oder ein passender Mono-Nährstoff sinnvoll sein.
Bei einem Lockout ist oft genug vorhanden, aber die Pflanze kommt nicht richtig daran. Dann bringt mehr Dünger meistens nichts. Hier musst du die Ursache beheben, zum Beispiel pH-Wert anpassen, EC senken, Gießverhalten verbessern oder Salzansammlungen reduzieren.
Kurz gesagt: Erst analysieren, dann handeln. Die meisten Düngeprobleme löst man nicht durch hektisches Nachkippen, sondern durch sauberes Prüfen der Grundlagen.

Unser Fazit: Düngen ist Systemverständnis, nicht nur Produktwahl
Cannabis richtig zu düngen bedeutet nicht, einfach möglichst viele Produkte zu verwenden. Entscheidend ist, dass Substrat, Wasser, pH-Wert, Dosierung und Pflanzenphase zusammenpassen.
CANNA zeigt mit seinen unterschiedlichen Linien sehr gut, warum es nicht den einen Dünger für alle Setups gibt. Mineralisch auf Erde, Kokos, Hydro oder ein organischer Anbau brauchen unterschiedliche Strategien.
Wenn du gerade erst startest, halte es einfach: Wähle ein passendes System, starte vorsichtig, beobachte deine Pflanzen und ändere nicht zu viele Dinge auf einmal. So lernst du am schnellsten, wie deine Pflanzen reagieren und welche Düngung wirklich zu deinem Grow passt.
Wenn du jetzt wissen möchtest, welche Produkte oder Düngesysteme für Erde, Kokos oder Hydro sinnvoll sind, findest du in unserem Kaufberater eine Übersicht der besten Cannabis-Dünger und Empfehlungen für verschiedene Grow-Typen.
FAQ – Deine Fragen, unsere Antworten
Die Düngung von Cannabispflanzen ist essenziell, um sicherzustellen, dass sie alle notwendigen Nährstoffe erhalten, die für ein gesundes Wachstum und eine optimale Blütephase erforderlich sind. Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium sind entscheidend für die Entwicklung der Pflanzen und deren Fähigkeit, kräftige Blätter und Blüten zu produzieren. Ohne die richtige Düngung können Pflanzen Mangelerscheinungen entwickeln, die ihr Wachstum und den Ertrag erheblich beeinträchtigen.
Cannabispflanzen benötigen eine Kombination von Makro- und Mikronährstoffen. Zu den wichtigsten Makronährstoffen gehören:
- Stickstoff (N): Fördert das Blattwachstum und die Chlorophyllproduktion.
- Phosphor (P): Unterstützt die Entwicklung von Wurzeln und Blüten.
- Kalium (K): Verbessert die Wasseraufnahme und die allgemeine Gesundheit der Pflanze.
Zu den Mikronährstoffen zählen unter anderem Kalzium, Magnesium, Schwefel, Eisen, Zink, Mangan und Bor, die alle verschiedene Rollen in den physiologischen Prozessen der Pflanze spielen.
Organische Dünger wirken über das Bodenleben und geben Nährstoffe meist langsamer frei. Mineralische Dünger liefern direkt verfügbare Nährstoffe und lassen sich genauer steuern. Dafür reagieren Pflanzen bei falscher Dosierung, pH- oder EC-Werten oft schneller mit Problemen.
Mit der Düngung sollte begonnen werden, wenn die Jungpflanzen ihre ersten echten Blätter entwickelt haben. In den ersten Wochen nach der Keimung enthalten die meisten Substrate ausreichend Nährstoffe und benötigen höchtens einen Wurzelstimulant wie CANNA Rhizotonic*. Sobald die Pflanzen jedoch zu wachsen beginnen ist es an der Zeit, mit der Düngung laut Düngeplan zu beginnen.
Wir düngen meistens bei jedem Gießen, dafür aber mit reduzierter Dosierung. So bekommt die Pflanze regelmäßig kleine Mengen Nährstoffe statt selten sehr starke Düngergaben. Auf vorgedüngter Erde solltest du aber erst starten, wenn die Pflanze wirklich Nährstoffe braucht.
Nährstoffmängel bei Cannabispflanzen äußern sich häufig durch Veränderungen der Blattfarbe und -struktur. Stickstoffmangel zeigt sich durch gelbe Blätter, Phosphormangel durch dunkelgrüne oder purpurne Verfärbungen und Kaliumdefizite durch braune Blattspitzen und Ränder. Mikronährstoffmängel können Flecken, Verformungen oder andere ungewöhnliche Blattmuster verursachen.
Bei Überdüngung ist es wichtig, sofort zu handeln, um die Pflanzen zu retten. Spüle das Substrat mit sauberem, pH-angepasstem Wasser, um überschüssige Nährstoffe auszuwaschen. Verwende dabei eine große Menge Wasser, die etwa dem dreifachen Volumen des Pflanzgefäßes entspricht. Danach sollte die Düngung für einige Tage ausgesetzt werden, um den Pflanzen Zeit zur Erholung zu geben.
Der pH-Wert des Wassers und des Substrats beeinflusst direkt die Nährstoffaufnahme der Cannabispflanzen. Ein optimaler pH-Wert für den Anbau in Erde liegt zwischen 6,0 und 7,0, während für Hydroponik-Systeme ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 ideal ist. Abweichungen vom optimalen pH-Wert können dazu führen, dass bestimmte Nährstoffe nicht mehr verfügbar sind, was Mangelerscheinungen verursacht. Daher ist es wichtig, den pH-Wert regelmäßig zu überprüfen und anzupassen.







